IDAHOBIT 2026: Der lange Weg von der Kriminalisierung unter § 175 bis zur Ehe für alle im Jahr 2017

Der LSVD Verband Queere Vielfalt Berlin-Brandenburg e.V. veranstaltete am 17. 05. 2026 eine Kundgebung zum IDAHOBIT* auf dem Wittenbergplatz in Berlin. Dieses Jahr konzentrierte sich der LSVD Berlin-Brandenburg dort auf den neuen Schwerpunkt „Digitale Gewalt“.

„Am 17. Mai, dem Internationalen Aktionstag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie (engl. International Day against Homophobia, Biphobia, Interphobia and Transphobia, kurz: IDAHOBIT), wird weltweit auf Diskriminierung und Ausgrenzung von Menschen aufmerksam gemacht, deren sexuelle Orientierung oder geschlechtliche Identität nicht der heterosexuell geprägten Norm entspricht. Das Datum des Aktionstages erinnert an den 17. Mai 1990, jener Tag, an dem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) durch die Streichung aus dem Diagnoseschlüssel ICD-10 von der Vorstellung abrückte, dass Homosexualität eine Krankheit sei.  Erstmals fand der Aktionstag im Jahr 2005 als „Internationaler Tag gegen Homophobie“ statt. Seither wurde der Name mehrfach erweitert und schließt nun ausdrücklich auch Bisexuelle und Intergeschlechtliche sowie trans*Personen ein.“ 

Lange Zeit war Homosexualität in Deutschland strafbar. 1871 wurde im gerade gegründeten Kaiserreich der Paragraf 175 im Reichsstrafgesetzbuch eingeführt.

Während der Jahre des Nationalsozialismus reichte der bloße Verdacht und der konnte fortan mit zehn Jahren Gefängnis bestraft werden. Die meisten Schätzungen gehen davon aus, dass in der NS-Zeit rund 50.000 Männer aufgrund des Paragrafen 175 inhaftiert waren und bis zu 15.000 in Konzentrationslager kamen.

In der Bundesrepublik blieb die diskriminierende Regelung bestehen. Hinsichtlich der Rechte für Homosexuelle war die DDR fortschrittlicher als die BRD. Doch in der Öffentlichkeit wurden diese Menschen kriminalisiert und von der Staatssicherheit überwacht. 1968 wurde der Paragraf mit der Einführung des neuen Strafgesetzbuchs der DDR gestrichen. 

Erst ab 1994 gilt für die BRD: Homosexualität ist nicht mehr strafbar

Texte entnommen aus: Bundeszentrale für politische Bildung

„Die queere Community ist vielen Anfeindungen, Angriffen und Diskriminierungen ausgesetzt. Die Sichtbarmachung queerer Symbolik ist ein Zeichen der Unterstützung für die Community in unserem Bezirk und das Bezirksamt verurteilt jegliche Art von Gewalt gegen queere Menschen! Wir alle müssen uns gemeinsam jeden Tag für Demokratie, Vielfalt und Selbstbestimmung einsetzen!“ – Bezirksbürgermeister Jörn Oltmann, Bezirk Berlin Tempelhof-Schöneberg, in der Pressemitteilung des Bezirkes zum IDAHOBIT 2026 

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