Musik unterm Preußenadler: Edelweißpiratenfest 2026

In den zwei Jahren zuvor spielte das Wetter nicht so mit – aber diesmal war es ein echtes Sommer-Musik- und Gutelaunehappening: zur Musik von 27 Gruppen zog es am Sonntag, 12.07.2026 wieder viel Volk zum alljährlichen Edelweißpiratenfest im Kölner Friedenspark. Der liegt in der Kölner Südstadt, nah am Rhein und beherrscht von einer alten preußischen Festungsanlage samt Denkmal für die Gefallenen des ersten Weltkrieges.

Das Festival erinnert an unangepasste Jugendliche während der Nazidiktatur, die dem Drill der Hitlerjugend entgehen wollten und sich in den Parks und Wäldern der Umgebung verabredeten, um ihre Freiheit in Gemeinschaft auszuleben und selbst verfasste Lieder zu singen. Eine kleine leuchtende Anstecknadel in Form des Edelweiß, das während der kriegsbedingten Verdunklung in den Städten etwas Orientierung gab, war damals Erkennungszeichen und Namensgeber dieser Gruppen.

„Vielfalt ist unsere Stärke“ heißt die Losung des heutigen Edelweißpiratenclubs, und viele der auftretenden Musikanten brachten mit ihrer Migrationsgeschichte dann auch ihre musikalischen Wurzeln zu Gehör. Aber auch zwei Lokalmatadoren reihten sich in die bunte Künstlerschar ein: Klaus von Wrochem, seit Jahrzehnten bekannter als Straßenmusikant „Klaus der Geiger“ sowie Günter „Bömmel“ Lückerath, einst Bläck-Fööss-Gitarrist und diesmal mit der Formation „De Knippschaff“ dabei.

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