Ist das eine Demo, ein Theater, Kunst oder kann das wieder weg? Volksbad an der Volksbühne

Die Volksbühne am Rosa Luxemburg Platz in Berlin formuliert auf der eigenen Webseite: Zum Auftakt der neuen Intendanz von Intendant Matthias Lilienthal wird die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz ab 7. August 2026 für acht Wochen zum VOLKSBAD am Rosa-Luxemburg-Platz. 

Zitat: „Statt Bühne gibt es ein Schwimmbecken und eine Pommesbude. Die Straße vor dem monumentalen, sozialistisch-klassizistischen Architekturdenkmal wird zu einer 25 Meter langen Schwimmbahn mitten in Mitte – gratis und ohne Ausweispflicht. Das VOLKSBAD ist offen für alle, die sich im heißer werdenden Berliner Sommer nach Abkühlung sehnen, ihre Kraultechnik verbessern möchten oder mit der Nachbarschaft zusammenkommen und nichts tun wollen.

-> In einer Stadt, in der in den letzten Jahrzehnten systematisch Infrastruktur abgebaut wurde, und öffentliche Orte zunehmend kommerzialisiert und kontrolliert werden, ist das VOLKSBAD eine erste urbane Intervention der neuen Intendanz und eine sommerliche Einladung an die Hauptstadt.“ Zitat Ende.

Die temporäre private Infrastruktur vor der Volksbühne löste am Eröffnungstag, trotz des eher kühlen Sommertages, bei Mensch im und vor dem Schwimmbad Neugier, Schaulust und Begeisterung aus.

Die drinnen planschten, schwammen und turnten im nur 1,30 Meter flachen Wasser, die draussen schauten, staunten und brachten teilweise Klappstühle und ein Picknick mit, um wie vor einer Theaterbühne sitzend ein wenig der Vorstellung folgen zu können. 

Ein Skandälchen nach wenigen Tagen waren die ausfallenden Duschen. Mittwoch den 12. und Donnerstag den 13. August musste das Schwimmbad leider geschlossen bleiben. Irgendwie typisch für die Hauptstadt Berlin, wo von öffentlichen Verkehrsmitteln über Schulen, Universitäten, bis hin zu Sportstätten alles marode, ständig defekt und daher leider nicht zu benutzen ist. Aber hier an der Volksbühne war das so nicht geplant.

Ein ekeliger Vollskandal leider, war dann die Ankündigung der Volksbühne für Freitag den 14. August. Siehe Webseite der Volksbühne: „In diesem Zeitraum ist das Volksbad exklusiv für schwarze Communitys geöffnet.“ Die Ankündigung wurde zwar zügig geändert, aber rechte Kanäle schäumten vor Wut. Es löste in den sozialen Medien und anderweitig einen Shit-Storm (auf deutsch Scheisse-Regen/Sturm) und Hasskampagnen der rechten Kräfte und rechtsradikalen Krawallmacher in ganz Deutschland aus. 

Ein Verein „Each One Teach One“ (EOTO e.V.). wollte an diesem Tag Kinder und Jugendliche in einem geschützten Rahmen schwimmen lassen und musste die Veranstaltung nach der rechten und rechtsradikalen Hass- und Drohorgie absagen, weil die Sicherheit der Kinder und Jugendlichen nicht mehr gewährleistet sei und auch durch die Polizei nicht garantiert werden könne. 

Intendant Lilienthal formulierte seine Solidarität mit von Rassismus Betroffenen. Die Volksbühne rügte überdies die „bundesweite Welle“ rechter und rassistischer Hetze.

Zitat:“»Wir werden selbstverständlich weiterhin positive Maßnahmen für strukturell benachteiligte Menschen anbieten«. Öffentliche Institutionen trüge da nämlich eine entsprechende Verantwortung, sagt Lilienthal. 

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