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Ein Rolling Stone am Kölner Dom

Steine haben Symbolkraft. Sei es als Gedenkstein im öffentlichen Raum oder als Redewendung im Sprachgebrauch: der Stein, der vom Herzen fällt. Der Stein des Anstoßes. Steine in den Weg legen. Einen Stein ins Rollen bringen. Und wenn er dann rollt, ist er im Englischen das Synonym für einen Außenseiter.

Seit 14 Tagen rollt immer um die Mittagszeit von 12.00 – 13.00 Uhr ein Mann mit Rauschebart und Schlapphut einen Mühlstein an der Leine rund um den Dom. Es ist Ketan, bürgerlich Rolf Tepel, Künstler und Friedensaktivist.

Ketan ist in Köln und Umgebung kein Unbekannter. Lange Jahre lebte er in einem Zirkuswagen auf dem Brachgelände am Eifelwall, bis er dort dem Neubau des Stadtarchivs weichen musste. Steine sind ein Teil seiner Vita: vor Jahren sicherte er sich die Steine von einer abgerissenen Eisenbahnbrücke und nutzt diese für Installationen im Freien. So versetzte er einige z. B. auf zwei Kölner Plätzen als kreisförmig angelegte Sitzgelegenheiten, um Orte der Begegnung, Kreativität und Gedankenaustausch zu schaffen – was mal von der Stadt, mal von missliebigen Anwohnern wieder abgewürgt wurde. In Bergisch Gladbach dagegen konnte er ein solches Projekt mit Segen des dortigen Bürgermeisters auf dem Marktplatz verwirklichen.

50 Tage lang will er nun seinen Stein am Rollen halten – und dabei gern mit interessierten Passanten auf seinen Rundgängen und danach ins Gespräch kommen, um seine Vorstellungen vom Weg in eine friedfertigere Welt zu teilen. Facebook-Nutzer können sich über seine An- und Einsichten, auch zu anderen Themen, unter  https://www.facebook.com/sri.rolftepel   vorab einen Eindruck verschaffen. Wissenswert wäre noch, dass Ketan sich zu den Impfgegnern zählt – und dazu gern Verlautbarungen von Gleichgesinnten teilt, zu denen neben einem katholischen Bischof in Kasachstan auch Gestalten aus dem Dunstkreis von AfD, FPÖ und SVP gehören. Zu seinen um die 4700 Facebookfreunden zählen aber auch Vertreter des linken Lagers. Wer das Gespräch mit ihm sucht, kann mit Maske und/oder Abstand ja auf Nummer Sicher gehen.