Die Steinbach-Talsperre – noch immer trocken

5 Tage im Juli 2021 zitterte die Republik nach der dramatischen Flutnacht mit den Anrainern der Steinbachtalsperre bei Euskirchen: nach dem Überschwappen der Wassermassen war der Staudamm teilweise erodiert und drohte durchzubrechen. Dass es nicht dazu kam, war den Hilfsbrigaden des THW zu verdanken – und dem Bauunternehmer Hubert Schilles, der in einem Himmelfahrtskommando den vom Geröll verstopften Abfluss unterhalb des Staudamms frei baggerte.

418 Tage nach der Flutnacht hat sich der Seegrund in ein grünes Tal verwandelt. Durchzogen von wilden Trampelpfaden – obwohl das Betreten der Seefläche verboten ist.


Der Staudamm wurde aufgeschlitzt, um das Seewasser komplett abzuleiten. Der Weg über die Dammkrone ist immer noch komplett abgesperrt, die Brüche im Asphalt sind vom Rand aus zu sehen.

Der als Naherholungsgebiet beliebte und gewerbliches Brauch- und Löschwasserreservoir wichtige, idyllisch am Rand der Eifel gelegene See soll wieder hergerichtet werden. Ein vor 4 Monaten in der Nähe ausgebrochener Waldbrand zeigte hierfür bereits die Dringlichkeit auf.

Zudem soll die Talsperre in das örtliche Hochwasserschutzkonzept einbezogen werden. Dazu müssen die technischen Voraussetzungen, insbesondere zu einem schnelleren Wasserablass, verbessert werden, damit die Talsperre im Bedarfsfall auch als Regenrückhaltebecken fungieren kann.

Beim Bau der Talsperre von 1934-1936 ging man von einem durchschnittlichen Abfluss um 0,5 m3/sec. aus, maximal möglich waren zuletzt 6 m3/sec. In der Flutnacht vom 14./15. Juli 2021 schwappten bis zu 69 m3/sec. über die Dammkrone.

Der Staudamm soll nun so hergerichtet werden, dass die gesamte Wassermenge des Sees (zuletzt 1,2 Mio. m3) innerhalb von 24 Stunden abgelassen werden kann, ohne die anliegenden Ortschaften zu gefährden.

Das wird dauern. Die Eigentümerin der Talsperre, der Wasserversorgungsverband Euskirchen-Swisttal (WES), und die neu gegründete Bürgerinitiative Pro Steinbachtalsperre hoffen, dass im nächsten Jahr wenigstens das im See integrierte Freibad wieder eröffnet werden kann.