Im strömenden Regen harrte eine Menschenmenge mehrere Stunden schweigend mit Protestplakaten vor dem Theater Ost in Berlin Adlershof aus, um ihren Kulturort vor der Schliessung zu retten. Drinnen wurde währenddessen verhandelt, wie und ob das Theater eine Zukunft bekommen kann.
Zu einem Treffen der Theaterleiterin Kathrin Schülein mit dem Senat für Stadtentwicklung und dem Vermieter am 11. Februar 2026 im Gebäude, zeigten Fans und Freunde des Theaters deutlich, dass sie bereit sind zu kämpfen und zwar konstruktiv und kultiviert. Das Theaterkollektiv in der Moriz-Seeler-Straße 1, in Adlerhof wehrt sich gegen eine drohende Schließung aufgrund einer Räumungsklage durch einen neuen Immobilieneigentümer. Das Theater hat keine Mietschulden, ist durchgängig aktiv und der Ausbau der Innenräume geschah überdies mit hohem Zeitaufwand in Eigenleistung.
Der Investor sieht in dem denkmalgeschützen, letzten noch erhaltenen Fernsehstudio aus DDR Zeiten nicht den wichtigen Kulturort für Menschen in Berlin, sondern eine entwicklungsfähige Immobilie.
Hier steht aber nicht irgendeine beliebige Immobilie, sondern das S5 Gebäude, also Studio 5, am Eingang der Media City in Adlershof beherbergte das vermutlich erste und einzige Fernsehtheater in Deutschland. Hier wurde die „Aktuelle Kamera“ gedreht und ausgestrahlt, die bedeutendste Nachrichtensendung in der Geschichte der DDR. Gebaut wurde das Kleinod 1952 im Auftrage des DDR-Fernsehens von Architekt Franz Ehrlich, einem Bauhaus Schüler der als politisch Verfolgter im KZ Buchenwald inhaftiert war.
Der stille Protest des Theaterkollektivs beeindruckte schlussendlich Alexander Slotty (SPD) Staatssekretär und Amtschef der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen und da maßgeblich für die Baupolitik der Stadt verantwortlich, so sehr: dass er die gute Neuigkeit sofort verkündete: „Es geht weiter“ Euer Theater wird nicht geschlossen.
Die Verhandlungen für die Zukunft des Theaters in diesem besonderen und aussergewöhnlichen Gebäude in Berlin Ost gehen auch weiter. Vorerst und hoffentlich in Zukunft und für die Zukunft haben das Adlershofer Theaterkollektiv, sowie die Fans und Freunde des Theater Ost den Kampf gewonnen.