Gestern parliert, heute rasiert: Stadt Köln fällt Bäume an der Berufsschule Ulrepforte

Am 20.01.2026 haben die Rodungsarbeiten auf dem Gelände der Berufsschule Ulrepforte begonnen, um auf der freiwerdenden Fläche zeitweise Container aufzustellen. In die sollen Schüler untergebracht ... Weiterlesen ...

Am 20.01.2026 haben die Rodungsarbeiten auf dem Gelände der Berufsschule Ulrepforte begonnen, um auf der freiwerdenden Fläche zeitweise Container aufzustellen. In die sollen Schüler untergebracht werden, solange die seit über fünf Jahren anstehenden Renovierungsarbeiten an der Schule laufen.

Im Dezember 2025 war die Arbeit nach Fällung der ersten zwei Bäume gestoppt worden, nachdem sich mehrere Schüler sowie Reinhold Goss von der Bezirksvertretung Innenstadt schützend vor den Bäumen gruppiert hatten (siehe Bericht vom 14.12.2025).

Noch am 19.01. fand eine Aussprache zwischen Vertretern der Stadt und der Schule statt. Schon die verlief ziemlich einseitig: die Einwände und Fragen der Lehrer wurden kategorisch ignoriert, die der Schüler weitgehend mit allgemeinen Ausflüchten abgetan oder, wenn sie zu fundiert klangen, als „von den Lehrern in den Mund gelegt“ unterstellt und ebenfalls nicht beantwortet. Eine schon früher vorgebrachte Anregung, die Container zwischen den Bäumen aufzustellen, wurde nun von der Stadt abgewiesen, weil für diese eine Größe von 30 Sitzplätzen „vorgeschrieben sei“ und der vorhandene Platz deshalb nicht ausreichen würde. Da half es angeblich auch nichts, dass die dortigen Berufsschulklassen in der Regel kaum mehr als 20 Schüler enthalten und die Zahlen seit Jahren rückläufig sind. Gegen den Vorschlag, einen Teil der Container auf dem Schulhof aufzustellen, wurden Brandschutzgründe und das Freihalten von Rettungswegen vorgebracht. Und ein „Stapeln“ der Container auf den jetzt schon freien Flächen sei baurechtlich nicht mehr zugelassen. Unklar blieb dann auch die Frage, wo die von der Stadt versprochenen Ersatzpflanzungen erfolgen sollen.

Die Lehrerschaft ist in der Frage mittlerweile gespalten: denn weitere Verzögerungen und das damit angedrohte Ausharren in maroden Klassenräumen wollen viele nicht mehr hinnehmen. Und so hat sich die kommissarische Schulleitung mit der Rodung mittlerweile abgefunden. Auch aus der Schülerschaft gab es keine weiteren Protestaktionen.

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