Dies ist ein Gastbeitrag von Dietmar Kompa.
Während einer Urlaubsreise auf die Kapverdischen Inseln (Cabo Verde) besuchte ich das Konzentrationslager / Straflager bei dem Ort Tarrafal auf der Insel Santiago.
Das Straflager ( ich habe mich für den Begriff „Straflager“ entschieden um von den NS-Konzentrationslagern zu unterscheiden. ) ist heute ein Museum des Widerstandes und kann auch auf der Website „Museu do Campo de Concentracao do Tarrafal“ besichtigt werden.
Meine Fotos stammen von einem Besuch in Tarrafal vor einigen Jahren.
Im Straflager, das heute die Bezeichnung „Chao Bom“ hat, wurden zahlreiche politische Gefangene gequält, gefoltert und gedemütigt. Sie mussten in der Gluthitze arbeiten und es wurden 34 Gefangene dort ermordet.
In den 30ger und 40ger Jahren des 20. Jahrhungerts wurden politische Gegner, Revolutionäre und Freiheitskämpfer aus Portugal im Lager inhaftiert, in den 60ger und 70ger Jahren folgten afrikanische Freiheitskämpfer, die sich gegen den portugiesischen Kolonialismus zur Wehr setzten, aus den Ländern Cabo Verde, Guinea-Bissau, Angola, Mozambique.
Tarrafal liegt im äussersten Norden der Insel Santiago und ist von hohen Bergen und dem Meer umgeben. Es herrscht ein tropisches Klima mit einer gnadenlos brennenden Sonne und die isolierte Lage des Ortes, von einem nicht ungefährlichen Meer umgeben, fällt sofort auf.
Die Entfernung zu Portugal beträgt ca. 1.500 Kilometer und bedeutete eine weitgehende Isolation der Gefangenen, da die Kapverdischen Inseln nur schwer zu erreichen waren. Die Gefangenen „fanden sich wieder in einem 200m langen und 150m breiten Rechteck, umgeben von Stacheldraht und einem vier Meter breiten und drei Meter tiefen Graben, in Zelten, später in Holzbaracken.
Die Regenzeit verwandelte das Lager in einen Sumpf, gefolgt von Monaten der Hitze und Dürre.“ (zit. nach Reise Know-How, Reitmeier und Fortes).
Die Wasserstelle / Brunnen war wegen ihrer Nähe zum Meer und wegen toter Tiere weitgehend verunreinigt.
Malaria war eine häufige Todesursache. In der Bevölkerung gab es Hungersnöte.
Weitere Erläuterungen zu den Bildern sind hier: