Polregionen: Schmelzendes Eis gefährdet unser Leben

„Der Isfjord bleibt wohl wieder eisfrei“ hieß es in Medien auf Spitzbergen. Das hört sich wie eine Nebensächlichkeit an – ist es aber nicht. Die Folgen sind massiv – und menschengemacht. Der Fotograf Christian Martischius war dort, und hat sich von der negativen Entwicklung überzeugt. Die Forscher auf Spitzbergen können „praktisch vor der Haustür die Veränderungen verfolgen“, wie das Eis schmilzt und sogar über chinesischen Städten wie Peking die grenzwertüberschreitenden Dunstglocken verstärkt, haben amerikanische Wissenschaftler herausgefunden. Weiter unten mehr!

Frozen_Bering_Strait_Alaska © r-mediabase
Beschreibung:
Dateiname: Frozen_Bering_Strait_Alaska
EXIF Daten Brennweite 18 mm
Belichtungszeit 1/640 Sek.
Blende F 6.3
ISO 200
Kamera NIKON D70s
IPTC Daten Bildunterschrift:
Datum: 20080105
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Auch „das grönländische Eisschild ist nicht annähernd so stabil wie wir denken” sagt Poul Christoffersen von der University of Cambridge. Die Polkappen haben von 1992 bis 2011 etwa 4.000 Milliarden Tonnen Masse verloren, das bedeutet 11 Meter gestiegener Wasserspiegel.

Dazu kommt, dass die Erwärmung der Permafrostböden von 2007 bis 2016 um ca. 0,3 Prozent – in Sibirien um fast ein Prozent – bereits bis in zehn Metern Erdtiefe reichen. Der damit gestiegende Methan-Ausstoß hat verheerende Folgen für den Klimaanstieg. Dieses Treibhausgas wirkt sich 25mal stärker auf den Treibhauseffekt aus als Kohlendioxid.

Es sind keine intellektuellen Rechenbeispiele der über 97 Prozent der Klimaforscher aus 80 Ländern in unzähligen Studien, die die menschliche Lebensweise als Hauptverursacher ausgemacht haben. Denn ausschließlich menschengemachte Emissionen zum Beispiel aus der Verbrennung fossiler Energieträger können den Klimawandel erklären.

Tatsache ist, dass Deutschland sich auf dramatische Folgen der Erderwärmung einstellen muss. Steigende Trockenperioden, Ernteverluste, Wassermangel, steigende Anzahl von Hitzetoten, Klimaflüchtlinge, Waldverluste, Ende der Wachstumsmöglichkeiten, wachsende Todeszonen in Nord- und Ostsee oder steigende Infektionen sind die Folgen – schon jetzt. Einzudämmen sind die Folgen nur duch hohe Kosten für den Klimaschutz und ein deutliches „System-Change“, wie „Fridays For Future“ und „Scientists for Future“ an diesem weltweiten Protesttag in 2.000 Orten und 127 Ländern erneut gefordert haben.

Und die Kosten, um diese riesige Transformation zu stemmen, steigen, wenn die Politik nicht zügig handelt. Dass Deutschland als kleines Land nur einen geringen Beitrag leisten kann, ist deshalb kein Argument, weil wir uns in anderen technischen Fragen weltweit gern als Vordenker zur Schau stellen. Wir sollten diese Chance nutzen und dazu beitragen, dass der Klimawandel auf diesem begrenzten Erdball nicht noch mehr Menschen an Leib und Leben bedroht. (20.09.2019, Hans-Dieter Hey, Fotos: Christian Martischius)