RWE zerstört weiteres Dorf

RWE macht Ernst und hat in Lützerath, einem kleinen Dorf im Bereich des Tagebau Garzweiler II, begonnen die ersten Häuser abzureißen. Bereits im vergangenen Jahr bahnte sich die unnachgiebige Haltung von RWE an. Mit dem sog. Kohleausstiegsgesetz vom August 2020 wurde ohne gutachterliche Grundlage festgeschrieben, dass es für die allgemeine Versorgungssicherheit mit Energie notwendig ist, sieben weiteren Dörfer abzureißen und die darunter liegende Braunkohle zu fördern. Aber die Menschen in den Dörfern sind keine dummen und folgsamen Lämmer mehr. Sie haben sich zu verschiedenen Interessengruppen zusammengeschlossen: „Alle Dörfer bleiben“, „Kirche(n) im Dorf lassen“ und „Menschenrecht vor Bergrecht“. Daneben gibt es weitere Initiativen wie z. B. ein Bauer in Lützerath, der gegen seine Enteignung klagt und sich auch Unterstützung von außen holt. „Alle Dörfer bleiben“ und „Kirche(n) im Dorf lassen“ werden inzwischen durch weitere Personen unterstützt. Der Slogan „Alle Dörfer bleiben“ wird inzwischen durch den Zusatz „und RWE enteignen“ ergänzt. Ein Teil der Presse spricht auf diesem Hintergrund von „linksradikalen Aktivisten“. Aus diesem Blickwinkel ist auch Papst Benedikt linksradikal, denn er fordert in seiner Enzyklika LAUDATO SI´, dass unser Wirtschaftssystem grundlegend zu verändern ist. Und auf diese Äußerungen des Papstes stützten sich u. a. die Aktiven von „Kirche(n) im Dorf lassen“. Im Dezember 2020 wurde nun bekannt, dass die Bundesregierung ein Jahr lang ein Gutachten unter Verschluss gehalten hatte, dass in seiner Aussage den Erhalt der Dörfer als machbar beschreibt. So macht sich die Politik des Bundes und des Landes NRW nur unglaubwürdig und verspielt ihr Vertrauen in die junge Generation. Spekuliert werden kann, dass RWE noch möglichst viele Fakten schaffen will, sich die mögliche Fördermenge durch den Erhalt der verbleibenden Dörfer verringert wird.

Die eingestellte Galerie beschreibt die Aktionen dieses Jahrs.

Am 05.01.2021 wurden Bauzäune um die abzureißenden Häuser errichtet. Aktivisten besetzten ein Häuserdach.

Am 06.01.2021 am Dreikönigstag werden die Häuser in Lützerath gesegnet. Soweit die Häuser durch die Bauzäune versperrt sind, wird symbolisch ein Türrahmen an den Zaun gelehnt.

Am 18.01.2021 begann der Abriss von Häusern in Lützerath, gesichert durch Sicherheitsdienste und Polizei. Der Gottesdienst wurde durch die Polizei massiv behindert.

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Merzenich, 19.01.2021, Text und Fotos: Hubert Perschke