Robert Capa in Leipzig…

…wie ein Foto ein Haus rettet: 

robert capa in leipzig
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Bildinformationen: robert capa in leipzig|
1/60 Sek. F 4.5|Dateiname: 04-20191009_j-v-7949-
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Am 18. April 1945 r├╝ckte die 2.Infanteriedivision der US-Army in Leipzig ein und hatte sich noch gegen deutsche Heckensch├╝tzen zu behaupten.

In das Wohnhaus der jetzigen Jahnallee 61 r├╝ckten mit dem Fotografen Robert Capa einige US-Soldaten ein, um von oben einen besseren ├ťberblick ├╝ber die Lage zu haben. Dort traf  ein t├Âdlicher Schuss von deutschen Heckensch├╝tzen den US-Soldaten Raymond J. Bowman. Robert Capa fotografierte den get├Âteten Soldaten unmittelbar nachdem er getroffen worden war. Dieses Foto wurde durch seine Ver├Âffentlichung im Life-Magazin weltber├╝hmt. Der Name des get├Âteten Soldaten wurde durch Forschungen herausgefunden. Er wurde nur 21 Jahre alt. Das Haus war weitgehend unbesch├Ądigt – zu DDR-Zeiten war es ein Wohnhaus, im Erdgeschoss befand sich die Tanzbar “Melodie”. Nach 1990 war das Haus dem Verfall preisgegeben und ab den fr├╝hen 2000er Jahren war der Abriss des Hauses vorgesehen. – Einige Leipziger erinnerten sich der Bedeutung dieses Hauses, gr├╝ndeten eine B├╝rgerinitiative zum Erhalt des Hauses und fanden eine Investorengruppe, die das Haus sanierte. Dies war 2016 vollbracht. Mit dem damaligen US-Soldaten Lehman Riggs konnte noch ein Zeitzeuge gefunden werden, der in unmittelbarer N├Ąhe den Tod seines Kameraden erlebte. Es war im verg├Ânnt noch im hohen Alter von 96 Jahren die Enth├╝llung des Stra├čenschildes mit dem Namen seines Kameraden vornehmen zu k├Ânnen. Im Haus sind jetzt 40 Wohnungen, ein Caf├ę in dem auch Veranstaltungen stattfinden und ein Ausstellungsraum in dem die Ereignisse rund um das Foto dokumentiert sind – siehe Fotobeitrag.

  (21.10.2019, Text und Fotos: jochen vogler