Protest gegen “Hygiene-Demos”

Protest gegen ‚ÄěHygiene-Demos‚Äú

Vieles am Samstag, den 16. Mai 2020, auf dem Roncalliplatz in K√∂ln erinnerte an den k√∂lschen Karnevals¬≠song ‚ÄěEn d’Kayjass Nummer Null‚Äú, insbesondere an die Textzeile ‚ÄěDreimol Null es Null‚Äú.

Auf dem Platz fanden zwei Versammlungen statt: Auf der einen Seite standen die Teilnehmer der angemeldeten Kundgebung von ‚ÄěK√∂ln gegen Rechts‚Äú unter dem Motto ‚ÄěGegen Verschw√∂rungsi¬≠deologien und Antisemitismus! Gegen den Abbau von Grundrechten!‚Äú.  Die Teilnehmer befolgten die Auflagen der Polizei, hielten den geforderten Abstand, trugen Mundschutz. Nach den Bildern geht es weiter im Text. 

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Bildinformationen: |16.05.2020 Köln Kundgebung von Köln gegen Rechts
Dateiname: 20200516_maziel_001
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Gro√üe Transparente, die von Teilnehmern der genehmigten Kundgebung gehalten wurden, trennten den Platz in zwei H√§lften. Auf der anderen H√§lfte des Platzes hatten sich zahlreiche Verschw√∂rungs¬≠theoretiker, Esotheriker, Impfgegner, Alternative und andere eingefunden, darunter auch Rechte aller Couleur. Die Menschen sa√üen und standen in Grup¬≠pen teils dicht bei dicht, oft mit dem R√ľcken zur genehmigten Kundgebung, wodurch der Charakter von zwei gegens√§tzlichen Veranstaltungen noch unterstrichen wurde. Mundschutz war nur vereinzelt zu sehen. Mitunter ging die Polizei durch die Menge und wies Teilnehmer an, sich an die Regeln zu halten.

Diese Versammlung war im Internet als ‚ÄěHygiene-Demo‚Äú angek√ľndigt, sie war weder angemeldet noch genehmigt. Es wurde seitens der Polizei nicht, wie sonst √ľblich, ein Versamm¬≠lungsleiter f√ľr eine Spontanversammlung gefordert, sondern beide Versammlungen in Anlehnung an das oben erw√§hnte Karnevalslied ‚ÄěEins plus Eins es Eins‚Äú als eine Versammlung gewertet.

Eine Versammlung bedeutet auch ein Versammlungsleiter, der in die Verantwortung genommen werden kann. Und das wurde dann auch mehrfach getan. Immer wieder wurde in Durchsagen damit gedroht, die Kundgebung aufzul√∂sen, w√ľrden sich nicht alle an die Auflagen wie etwa Mund¬≠schutz oder Abstandsgebot halten.

St√∂rungsfrei verlief die genehmigte Kundgebung dennoch nicht. Immer wieder √ľbert√∂nten lautstar¬≠ke Ges√§nge und Gejohle von Seiten der “Hygiene-Demo” die Rede- und Musikbei¬≠tr√§ge. In den Redebeitr√§gen, gehalten u.a. von ‚ÄěK√∂ln gegen Rechts‚Äú, ‚ÄěSeebr√ľcke‚Äú und ‚ÄěVerd.di‚Äú erfolgte eine Distanzierung zu den rechtsoffenen Verschw√∂rungsideologien, linke L√∂sungsans√§tze zur Bew√§ltigung der Krise wurden benannt.

Die Teilnehmer der beiden Versammlungen blieben weitestgehend unter sich. Nur an den Transpa¬≠renten kam es zu mitunter zu verbalen Auseinandersetzungen, zumal viele der Teilnehmer der “Hygiene-Demo” nicht auf Meinungstausch, sondern auf Provokation aus waren. Die Po¬≠lizei, ansonsten immer darauf bedacht, Veranstaltungen vor Andersdenkenden zu sch√ľtzen, unter¬≠band dies nicht, ging vielmehr √§u√üerst rabiat gegen die meist sehr jungen Menschen der genehmig¬≠ten Kundgebung an und hinter den Transparenten vor.

Lediglich als eine Youtuberin aus den Reihen der ‚ÄěHygiene-Demo‚Äú ihren Han¬≠dystativ als Schlagstock einsetzen wollte, griff die Polizei durch und nahm die Frau nach einem Handgemenge fest.

W√§hrend sich die Kundgebungsteilnehmer der Veranstaltung von K√∂ln gegen Rechts nach Veran¬≠staltungsende z√ľgig entfernten, sammelte sich eine gr√∂√üere Gruppe der ‚ÄěHygiene-Demo‚Äú ungehindert am Rande der Domplatte, zog dann, gefolgt von Polizisten √ľber die Hohe Stra√üe bis zur Schildergasse, wo sich schlie√ülich nach Androhung von Platzverweisen der ‚ÄěHygiene-Spaziergang‚Äú aufl√∂ste.

Diese eigent√ľmliche Polizeitaktik hat dazu gef√ľhrt, dass die Polizei im Anschluss an die Kundge¬≠bungen mit gro√üem Aufgebot durch die Innenstadt laufen, fahren und sich mit zahlreichen Fahrzeugen an neuralgischen Pl√§tzen positionieren musste, um erneute unangemeldete Demos direkt zu unterbinden.

M√∂glich, dass damit bei Au√üenstehenden ein Gef√ľhl der Sicherheit erzeugt werden konnte. F√ľr Je¬≠manden, der bei den Kundgebungen zugegen war und sich im Anschluss auf dem Nachhauseweg befand, wirkte alles nur reichlich unkoordiniert.

Text und Fotos: Martin und Zielinske

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