Protest gegen Coronaleugner*innen-Autokorso wirkt

MĂĽnster. Am 28. März 2021 demonstrierten ĂĽber 200 Menschen unter dem Motto „Solidarität statt Verschwörungsideologien – Keinen Meter dem Corona-leugnenden Autokorso!“ in MĂĽnster gegen einen von verschwörungsideologischen Gruppen organisierten Autokorso. Dagegen konnte der Corona-leugnende Autokorso gerade einmal 24 Fahrzeuge mit gut 35 Teilnehmer*innen aufbringen – zumeist aus ganz Westfalen angereist. Das waren halb so viele wie beim ersten Autokorso am 7. März. Weiterlesen…

Protest gegen Autokorso der Corona-Leugner*innen
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Bildinformationen: Protest gegen Autokorso der Corona-Leugner*innen|Kundgebungen am Schloss- und Servatiiplatz
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Das Bündnis „Keinen Meter den Nazis“ Münster, das zu den Protesten gegen den Autokorso aufgerufen hatte, wertet den Tag als Erfolg: „Wir haben heute mehr als deutlich gemacht, dass in Münster kein Platz für Verschwörungserzählungen, Antisemitismus und Corona-Leugner*innen ist“, so Bündnissprecher Carsten Peters. Co-Sprecherin Katharina Köhnke ergänzt: „Die Nachricht, dass sich ein Ausflug zu einer verschwörungsideologischen Demo nach Münster nicht lohnt, spricht sich offensichtlich rum – die Proteste wirken ganz offensichtlich!“

Scharfe Kritik übt das Bündnis jedoch an der Taktik der Polizei. Diese hatte den Autokorso mit immensem Aufwand vom Protest abgeschirmt. Mindestens zwei Hundertschaften sowie Motorrad- und Fahrradstaffeln sicherten die Route des Autokorsos und gingen teils ruppig gegen Protestierende vor. Die Kundgebung des Bündnisses am Servatiiplatz wurde von der Einsatzleitung mit Gittern abgesperrt. Aus Sicht des Bündnisses vollkommen unverhältnismäßig. „Während dem Autokorso eine möglichst prominente Route durch die Innenstadt ermöglich wird, wird unser Protest so platziert, dass er möglichst wenig stört“, so Katharina Köhnke vom Bündnis, „es drängt sich der Verdacht auf, dass man hier mit zweierlei Maß misst.“

Für den Fall, dass es noch mal zu einem verschwörungsideologischen Autokorso in Münster kommt, wird das Bündnis erneut zu Protesten mobilisieren: „Wir werden es nicht tolerieren, wenn Gruppen, die im ganzen Land mit Neonazis, Reichsbürger*innen, rechten Hooligans und Antisemit*innen jeglicher Couleur gemeinsame Sache machen, in Münster demonstrieren“, stellt Carsten Peters klar.