„Patriachat abtreiben – § 218 zerschlagen“

Es waren diesmal unter 100 Teilnehmer*innen. Mehr waren nicht zum sogenannten 1000-Kreuze-Marsch von EuroProLife gekommen, der christlich-fundamentalistische Gruppen, AfD-Mitglieder und andere ultra-konservative Organisationen vereint. Ähnlich wie im letzten Jahr kamen gerade einmal circa 70 Personen, obwohl bundesweit mobilisiert wurde. Gleichzeitig fand eine Gegendemonstration des Bündnisses für sexuelle Selbstbestimmung mit über 1.000 Teilnehmer*innen statt. Die Gegendemo begann am Hauptbahnhof und führte über die Windthorststraße, Klosterstraße und Ludgeristraße zum Prinzipalmarkt.

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"Mein Körper - Meine Entscheidung"
Copyright: Jan Große Nobis
Bildinformationen: "Mein Körper - Meine Entscheidung"|Protest gegen den 1000-Kreuze-Marsch
Dateiname: 20211023_jgn_9706

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Gleichzeitig wurde der 1000-Kreuze-Marsch von vielfältigem und lautem Protest an der Strecke begleitet. Kleine Blockaden konnten den Marsch aber nur kurzzeitig zum Stoppen bringen. Es gab beim Gegenprotest an der Strecke mindestens einen Verletzten. Die Polizei ging oft rabiat gegen den Gegenprotest vor.

In den Vorjahren lief der 1000-Kreuze-Marsch über die Salzstraße kurz über den Prinzipalmarkt zum Drubbel. Diesmal mussten sie mit dem Alten Steinweg vorliebnehmen.

Am Spiegelturm wurden, wie in jedem Jahr, 100 Rosen in einer Art Zeremonie in die Aa geworfen. Dabei wurden 100 fiktive Kindernamen begleitet von 100 Glockenschlägen gerufen. Auch dies wurde von lautem Gegenprotest von der Überwasserkirche und einem kleinen Durchgang begleitet.

Die Abschlusskundgebung des 1000-Kreuze-Marsches fand erneut am Kardinal-von-Galen-Denkmal statt. Auch hier war lautstarker Protest vor Ort.

Zum Hintergrund ein Auszug aus dem Aufruf des Bündnisses für sexuelle Selbstbestimmung:

+++ Was ist der 1000-Kreuze-Marsch? +++

Der jährlich stattfindende Marsch vereint christlich-fundamentalistische Gruppen, AfD-Mitglieder und andere ultra-konservative Organisationen. Gemeinsam ist ihnen, dass sie Schwangeren das Recht absprechen, über ihren Körper selbst zu bestimmen. Sie stellen eine Abtreibung als unmoralisch oder sogar als Mord dar, und fordern das totale Verbot und die Bestrafung von Betroffenen und Ärzt*innen.

+++ Was wollen die? +++
Hinter dem Marsch steckt die Anti-Choice-Bewegung, deren Sympathisant*innen seit vielen Jahren in der ganzen Republik Beratungsstellen und Ärzt*innen drangsalieren: Mit Einschüchterungen, Auflauern, juristischen Klagewellen und öffentlichem Bloßstellen wollen sie verhindern, dass ungewollt Schwangere die Möglichkeit bekommen, sich professionell über Schwangerschaftsabbrüche beraten und diesen durchführen zu lassen. Mit ihrem Marsch demonstrieren sie Macht gegenüber den Betroffenen.

+++ Was wollen wir? +++
Wir setzen mit unserem Protest ein Zeichen gegen antifeministische und rückwärtsgewandte Kräfte. Gerade in Zeiten, in denen rechte Gruppen versuchen, veraltete Frauen- und Familienbilder wieder zu stärken, braucht es ein starkes Signal für sexuelle Selbstbestimmung aus der Zivilgesellschaft. Deshalb rufen wir zur Teilnahme an den Gegenprotesten am 23. Oktober auf. Wir fordern:

  • den uneingeschränkten Zugang zu Informationen und einem legalen Schwangerschaftsabbruch und die Streichung der §§ 218 und 219 aus dem Strafgesetzbuch,

  • soziale und ökonomische staatliche Unterstützung und die notwendige Infrastruktur für alle, die sich für ein Kind entscheiden, damit sie ihre eigene Lebensplanung aufrechterhalten können,

  • den kostenlosen Zugang zu Verhütungsmitteln,

  • eine Sexualaufklärung, die es allen ermöglicht, sich in sexueller Selbstbestimmtheit zu entwickeln.