Maskenbildner – hautnahe Arbeit in Zeiten der Pandemie

Maskenbildner haben ein vielseitiges und anspruchsvolles Betätigungsfeld. Sie sind gefragt in Foto-, Film- und TV-Studios, beim Theater und in der Werbung. Wie aber sind die Arbeitsbedingungen in diesem, oft buchstäblich hautnah am Menschen arbeitenden Metier, in Zeiten der Pandemie? Und wie können hier Auszubildende ihre praktischen Erfahrungen sammeln und ihren Abschluss schaffen?

Dass es trotz vielerlei und ständig wechselnder Einschränkungen möglich ist, beweist Bernd Bauers Akademie „die maske“ in Köln, seit 1979 etablierte Ausbildungsstätte für Visagisten, Maskenbildner und Make-up-Artists. Am Sonntag, dem 02.08.2020, lud Bauer in seiner Galerie zur Abschlussfeier für seine frischgekürten Maskenbildnerinnen ein.

Abschlussfeier der Maskenbildnerausbildung
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Bildinformationen: Abschlussfeier der Maskenbildnerausbildung|Immer einen Besuch wert: die Galerie N18 der Maskenbildnerschule von Bernd Bauer.
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Acht Lehrgangsteilnehmerinnen können nun mit dem erworbenen Diplom ihre berufliche Zukunft starten – oder ihre Weiterbildung darauf aufbauen.

Die normalerweise etwa acht Monate dauernde Ausbildung verzögerte sich durch Lockdown und sonstige Beschränkungen um weitere sechs Wochen. „Fast jede Woche mussten wir uns auf neue Regelungen einstellen“, so Bauer. Während des Lockdowns, der bekanntlich auch das Friseurhandwerk in Zwangsurlaub nötigte, wurden Arbeiten ohne Körperkontakt vorgezogen: Zeichnen, Knüpfen, kreatives Gestalten, Maskenbau, Anfertigung von Perücken und sonstigem Zubehör wie Hörnern, Nasen und Zähnen, Übungen an Gipsmodellen und Anleitungen zur Bildbearbeitung am Computer. Mit den schrittweisen Lockerungen konnte dann auch die Arbeit am lebenden Modell nachgeholt werden: Make-up, Face- und Bodypainting, Hairstyling und Colorierung – zunächst mit Anleitungshilfen an das Modell zum Selberschminken, schließlich dann mit gegenseitiger „Körpergestaltung“ der Absolventinnen.

Derzeit gilt dabei, wie beim Friseur: wer’s macht, trägt Maske, wer an sich machen lässt, nicht.

Und trotz Coronakrise ist der Beruf gefragt – für den nächsten, ab Oktober beginnenden Lehrgang sind bei Bauer bereits alle Ausbildungsplätze vergeben. Eine Ausbildungsvergütung gibt es dabei übrigens nicht, im Gegenteil: die Lehrgangsteilnahme schlägt mit etwa 14.000 € zu Buche. Dank der guten Vernetzung in der Kunst- und Medienszene hilft Bauers Agentur dann aber auch beim beruflichen Start und kann den Absolventen aussichtsreiche Arbeitsmöglichkeiten vermitteln.

Udo Slawiczek