Malintervention von Saxana Schötschel und Helge Hommes in Manheim und Hambacher Wald

Im Herbst 2018 porträtierten die Künstler Saxana Schötschel und Helge Hommes während der polizeilichen Räumung des Hambacher Waldes die von Rodung bedrohten Bäume. Jetzt kehrten sie noch einmal zurück.

Am 13.11.2019 malten sie in Manheim, wo neben der Kirche nur noch wenige Häuser stehen. Der übrige Ort ist fast vollständig abgerissen, die Ruinen dem Erdboden gleichgemacht. Auch während der Malaktion ging die Zerstörung weiter. Erschütternd zu sehen, wie ganze Dächer und Fassaden zunächst hinter einer riesigen Staubwolke verschwanden und dann als ein Haufen Schutt am Boden lagen. Die Ölfarbe mischte sich mit dem Staub der einstürzenden Gebäude, sie wurden förmlich in den Bildern konserviert.

Am 14.11.2019 standen die Staffeleien im Hambacher Wald bei Lonely Oak, eine alte Eiche, die auf einer ansonsten gerodeten Fläche wie ein Mahnmal in den Himmel ragt. Im Hintergrund der riesige Bagger, der unaufhörlich sein Zerstörungswerk fortsetzte. Und das trotz der immer wieder geäußerten Beteuerungen, der Wald bleibe erhalten.

Saxana Schötschel und Helge Hommes haben an den so unterschiedlichen Orten der Zerstörung beeindruckende Bilder geschaffen, die dem Betrachter die ganze Brutalität der Zerstörung visualisieren. Verstärkt wird dies noch dadurch, dass beide Künstler unterschiedliche Maltechniken anwenden und das Gesehene anders gewichten.

13.11.2019 Malintervention Saxana Schötschel und Helge Hommes Copyright: Martin+Zielinske, all rights reserved
Beschreibung: 13.11.2019 Malintervention Saxana Schötschel und Helge Hommes
Dateiname: 20191113_maziel_001
EXIF Daten Bildtitel: 13.11.2019 Malintervention Saxana Schötschel und Helge Hommes
IPTC Daten Bildunterschrift: 13.11.2019 Malintervention Saxana Schötschel und Helge Hommes
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Ort: Manheim
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Stichworte: ARTgerecht
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Helge Hommes zu seinem und Saxana Schötschels Wirken:

Im Zentrum unserer Arbeit steht der Baum. Er wird von uns als Wesen wahrgenommen und betrachtet. Er transformiert sich in der in der heutigen Zeit in den Köpfen der Men­schen zur Sehnsuchtsfigur eines Messias.Seit tausenden von Jahren würdigen diverse Kulturen den Baum und verehren ihn und be­ten ihn an. Heute erfährt dieses instinktiv gelagerte uralte Gefühl eine wissenschaftliche Grundsteinlegung. Eine Grundsteinlegung, die eventuell zu spät kommt? Es vergeht leider zu viel kostbare Zeit, bis die Politik, bis die Gesellschaft entsprechend auf vorliegende Er­kenntnisse handelt.Wir fokussieren seit 20 Jahren die Architektur der Natur, ihr Wesen und ihre „Geistigkeit“ und würdigen in unserem Projekt den Baum in Augenhöhe im gemaltem Portrait.Die Malerei ist neben installativen Arbeiten und politischem Diskurs unser bevorzugtes Ausdrucksmittel.

Das Atelier in Leipzig ist die „home-base“, die Denkoase, ein Ort für komplexe Arbeiten < > der Wald ist unser Hauptatelier.