Kinder der Ungleichheit – Zerstörung unserer Zukunft

Laut Erhebung des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes sind 20,5 Prozent der unter 18jährigen von Armut bedroht. In einem Land, das sich als besonders erfolgreich bezeichnet. 1,6 Millionen Menschen sind auf die sogenannten „Tafeln“ angewiesen, darunter befinden sich auch 30 Prozent Kinder. Und „innerhalb eines Jahres ist die Zahl der Kinder und Jugendlichen um 50.000 gestiegen“, die ohne Tafeln in ihrer Entwicklung bedroht wären. Doch die Probleme sind vielschichtiger: Kinderarmut und Kinderungleichheit zerstören unsere Zukunft. Weiter hier!

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Kinderarmut verschärft sich in Deutschland

Carolin und Christoph Butterwegge sehen in ihrer Buchvorstellung im „Anderen Buchladen Köln-Sülz“ am 14. September „mit wachsender Sorge, wie sich in unserer Gesellschaft ein Problem immer mehr verschärft: Die junge Generation spaltet sich in arme Kinder einerseits sowie wohlhabende und reiche Kinder andererseits. Während junge Menschen aus gutbürgerlichen Familien beste Startchancen und Aussichten auf eine Führungsposition in der zunehmend globalisierten Wirtschafts- und Finanzwelt haben, bleiben Gleichaltrigen aus sozial benachteiligten Familien diese Möglichkeiten versagt.“

„Die Covid-19-Pandemie hat die ökonomische und soziale Zerklüftung der jungen Generation zuletzt enorm verstärkt. Zugleich sind vielen Menschen die extrem unterschiedlichen Lebenslagen von Kindern aus sozial benachteiligten und Kindern aus wohlhabenden Familien stärker bewusst geworden. Schließlich zeigen sich diese Unterschiede in sämtlichen Lebensbereichen“, so Butterwegge.

CDU, CSU und FDP haben nichts gewusst

Die Diskussion um Reichtum und Armut wurde und wird von konservativen Kräften gern als Kampfbegriff missbraucht, beispielsweise als „Neiddiskussion“, um von den tatsächlichen Verhältnissen abzulenken. Doch Untersuchungen, die nicht wegzudiskutieren sind, weisen unzweideutig auf die Probleme der Armut und Ungleichheit hin: Mittellosigkeit und Überschuldung, Mangel an für alle „normalen“ Gütern, Benachteiligung bei der Arbeit, beim Wohnen, bei der Mobilität, Freizeit und Sport. Außerdem bedeutet Armut den Ausschluss von guter Bildung und gesellschaftlicher Inklusion oder die Einflusslosigkeit auf Politik, meinen Christoph und Carolin Butterwegge. Doch seit der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten weigere sich die CDU/CSU-geführten Regierungen fast 20 Jahre, Kinderarmut anzuerkennen und „dass es dieses Phänomen im eigenen Land gab“.

Dürfen Potential Junger der Gesellschaft nicht vorenthalten

Doch die Ursachen für die Probleme liegen für Butterwegge auf der Hand: Unser neoliberales Wirtschaftsverständnis, Harz IV, sinkende Löhne bei steigenden Mieten und eine Familienpolitik, die die Mittelschicht bevorzugt. Klar ist: Wir können und dürfen uns und unserer Gesellschaft das Potenzial der jungen Menschen nicht länger vorenthalten. „Deshalb müssen wir jetzt handeln, um mehr Gleichheit zwischen den Kindern und Jugendlichen zu erreichen. Und wir müssen das Richtige tun, denn nur dann können wir verhindern, dass ein Großteil der nachwachsenden Generation abgehängt wird.“

Im Anschluss hier Auszüge aus der Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW mit Renate Blum-Mautrice, ehemalige Fachleiterin des Kinderschutzbundes Köln, Dr. Carolin Butterwegge, Prof. em Dr. Christoph Butterwegge. Die Moderation hatte der Journalist und Autor Thomas Gerstenkamp. (15.09.2021, Hans-Dieter Hey)

Auszüge aus der Veranstaltung

Zum Thema Armut Prof. em Dr. Christoph Butterwegge

Ungleichheitsdimensionen in Bildung und Familie mit Dr. Carolin Butterwegge

Über psychologische Bedingungen in armen Familien Renate Blum-Mautrice