Holocaustgedenktag – Befreiung des KZ-und Vernichtungslagers Auschwitz

Es wird offiziell gedacht: Das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz ist der bedeutungsvollste Erinnerungsort fĂŒr die monströsen Verbrechen des Nazi-Faschismus. Am 27. Januar 1945 wurde das Lager durch die Rote Armee befreit. Mit seiner Proklamation am 6. Januar 1996 erklĂ€rte der damalige BundesprĂ€sident Roman Herzog den 27. Januar zum Holocaust-Gedenktag in Deutschland. Die Generalsversammlung der Vereinten Nationen erklĂ€rte in einer Resolution vom 1. November 2005 den 27. Januar zum internationalen Holocaust-Gedenktag. Kaum beachtet in der Erinnerungskultur zur Zeit des Faschismus ist das Datum 30. Januar 1933 – die MachtĂŒbertragung an Hitler und die Nazipartei. Dieses Datum hat den 27. Januar 1945 zur Voraussetzung. Zum 76. Jahrestag der Befreiung veröffentlichte das Internationale Auschwitzkomitee: (Weiter hier!)

KZ Auschwitz
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Bildinformationen: KZ Auschwitz|Auschwitz
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  “Zum 76. Jahrestag ihrer Befreiung sind Auschwitz-Überlebende in aller Welt beeindruckt und besorgt: Zum einen sind sie dankbar, in welch vielfĂ€ltiger Weise Menschen in aller Welt mittlerweile an ihr Schicksal und das ihrer ermordeten MithĂ€ftlinge erinnern und damit ihr Interesse und ihr MitgefĂŒhl zum Ausdruck bringen. Auch die Darstellungen der historischen ZusammenhĂ€nge und der menschlichen Tragödie, die mit dem Begriff Auschwitz verbunden sind, werden von den Medien gerade zu diesem Datum intensiv aufgenommen und verbreitet. Und dennoch wĂ€chst angesichts des wachsenden Rechtsextremismus’ und des antisemitischen Hasses, der immer wieder ĂŒber den Erdball zĂŒngelt, ihre massive Sorge, ob die Demokratien, ihre BĂŒrgerinnen und BĂŒrger und ihre Politikerinnen und Politiker sich ĂŒber das Gedenken hinaus der aktuellen Gefahren und ihrer Herausforderungen bewusst sind. FĂŒr Auschwitz-Überlebende ist es ein absolutes Alarmsignal, dass in der Welt des faschistischen Hasses Auschwitz nicht mehr geleugnet, sondern als Modellprojekt verherrlicht und propagiert wird. FĂŒr Auschwitz-Überlebende ist es ein absolutes Alarmsignal, dass in staatlichen Institutionen nicht nur in Deutschland offensichtlich auch Rechtsextreme agieren und fĂŒr ihren Hass werben können, ohne sofort auf selbstverstĂ€ndlichen Widerstand ihrer Vorgesetzten und Kolleginnen und Kollegen zu stoßen. FĂŒr Auschwitz-Überlebende dauert die juristische Verfolgung von rechtsextremen TĂ€tern oft zu lange und sie bewegt die Frage, ob die verĂ€nderte aktuelle Bedrohungssituation gerade angesichts der Mobilisierung rechtsextremer Bewegungen in Zeiten der Pandemie und der weltweiten Vernetzung von Hass-TĂ€tern allen Verantwortlichen tagtĂ€glich und nicht nur an Gedenktagen bewusst ist.”

Text und Fotos: jochen vogler

In seiner ErklĂ€rung zum Jahrestag der Befreiung von Auschwitz nimmt ATTAC Stellung gegen Rassismus, Antisemitismus, Feindbilder und Geschichtsklitterung. Dazu heißt es: “Aus Anlass des Jahrestages der Befreiung von Auschwitz durch die Rote Armee haben die bundesweiten ATTAC-Arbeitsgruppen zu Globalisierung und Krieg und zu Europa eine ErklĂ€rung unter dem Titel »Nein zu Rassismus, Antisemitismus, Feindbildproduktion und Geschichtsklitterung« veröffentlicht.” Der Text ist hier in Deutscher und Englischer Sprache beigefĂŒgt!