Forderung: USA müssen Rüstungsetat auf 1,2 Prozent des BIP senken

„Abrüsten statt Aufrüsten! Fluchtursachen beseitigen, Kriege beenden!“ war das Motto der Friedensaktivisten zum Ostermarsch am Samstag in Mannheim. „Seit Jahren erleben wir eine immer aggressiver werdende internationale Politik, betrieben vor allem von den USA und ihre europäischen Verbündeten“, heißt es in dem Aufruf der Aktivisten. Weiter unten mehr!

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Bildinformationen: |Ostermarsch Mannheim 2019
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Höhepunkt war die Rede des Journalisten Franz Alt bei der Abschlusskundgebung am Paradeplatz. Alt bestätigte die Kritik der USA, die Lasten für das Militär zwischen USA und Deutschland seien sehr ungerecht verteilt. Aber er rief die deutschen Politiker auf, die Militärausgaben nicht anzuheben, sondern die USA zu überzeugen, ihre Militärausgaben von 4% des BIP auf 1,2% (also das deutsche Niveau) zu senken. Die frei werdenden Finanzmittel würden dringend gebraucht zur Wiederherstellung der Infrastruktur, für Wiederaufbau der vom Krieg zerstörten Länder, und für Friedensprojekte.

Die wesentlichsten Fluchtursachen seien Kriege, sowie Dürre und Hungersnöte auf Grund des Klimawandels. Es sei eine Schande wie das „christliche Europa“ mit dem Flüchtlingsproblem umgehe. Das Ertrinken-Lassen der Menschen im Mittelmeer sei keine Lösung sondern ein Verbrechen. Die Aufnahme der Flüchtlinge, die Unterstützung ihrer Bildung und bei Rückkehr in ihre Heimatländer nach dem Krieg die Hilfen beim Wiederaufbau der zerstörten Länder seien das Gebot unserer Zeit. Besonders opferreich seien die Kriege in Afghanistan, Libyen und Syrien – es müsse alles versucht werden, diese Länder wieder auf den Pfad des Friedens zu bringen.

Alt betonte, welcher Segen die 74-jährige Friedensperiode für die Menschen in Europa sei, und rief auf, diese Errungenschaft nicht durch eine aggressive Politik aufs Spiel zusetzen. „Auch Rußland gehört zu Europa, und es ist falsch, dieses Land auszugrenzen“, auch wenn es kein einfacher Partner sei. Er erinnerte daran, dass es besonders Präsident Gorbatschow zu verdanken sei, dass es einen friedlichen Wandel gegeben habe. Noch wenige Jahre zuvor sei die Welt mehrfach am Rande des Atomkriegs und der Vernichtung gestanden. Alt überbrachte einen Gruß von Gorbatschow an die Teilnehmer. Er begrüßt auch die „Fridays-for-Future“-Bewegung, und plädierte dafür, mit diesen jungen Menschen zusammen zu arbeiten, um sie für die Ideen der Friedensbewegung zu gewinnen, und die Aktivitäten gegen den Klimawandel in die Friedensbewegung einzubringen. (20.4.2019, Text und Fotos: Anton Safer)