Die Deportation vom 11. März 1943

Am 11. März 1943 wurden über 350 Menschen, Sinti und Roma aus Hamburg und Norddeutschland, verhaftet und in einem mehrtägigen Transport direkt in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau verschleppt. Nur wenige überlebten. Vertreter von Sinti und Roma und Trauernde, auch Kamerad:innen der VVN-BdA gedachten der Toten in stillem Gedenken. Kränze wurden niedergelegt, einige Besucher hatte Blumen mitgebracht.

Die Gedenkveranstaltung fand im Lohsepark am Gedenkort “Bahnsteig und Fuge” des denk.mals Hannoverscher Bahnhof statt

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Erinnerung an die Deportation vom 11. März 1943
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Bildinformationen: Erinnerung an die Deportation vom 11. März 1943|In stiller Erinnerung
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Trauer, aber auch Klarheit über die Jahrhunderte währende Diffamierung, Verfolgung und des Genozids an den Gruppen der Sinti und Roma prägen die Ansprache von Arnold Weiß, des Vorsitzenden des Landesvereins der Sinti in Hamburg. Er weist auf die noch heute rassistisch geprägten Lebensbedingungen der Sinti und Roma hin. “Die Würde des Menschen ist unantastbar.Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.” Davon, sagt Arnold Weiß, merken sie noch wenig. Sich dafür gemeinsam einzusetzen, muss unser Anliegen sein (s.a. Ansprache des 1. Vorsitzenden, Arnold Weiß, zum Gedenktag [PDF])

Zwischen 1940 und 1945 wurden vom Hannoverschen Bahnhof aus mehr 8000 als Jüdinnen und Juden, Sintize und Sinti sowie Romnja und Roma deportiert.

​​​​2023 wird ein Dokumentationszentrum, mit einer Fläche von circa 800 Quadratmetern für Ausstellungs- und Veranstaltungsräume, in direkter visueller Beziehung zum historischen Gedenkort auf der Westseite des Parks eröffnet.
Kernelement des Dokumentationszentrums wird eine von einem Kuratoren-Team der KZ-Gedenkstätte Neuengamme entwickelte Dauerausstellung zum Schicksal der deportierten norddeutschen und Hamburger Bürgerinnen und Bürger sein (s.a. Offizielle Website zum denk.mal Hannoverscher Bahnhof (hamburg.de))

Um den Ort des Dokumentationszentrum gibt es eine Auseinandersetzung. In unserer Gesellschaft (und in Hamburg) kann Erinnerungs- und Gedenkkultur am besten dann stattfinden, wenn sie sich dem Streben nach bestmöglicher Verwertung privaten Kapitals unterordnet. Die vorgesehen Fläche wird in einem Bürogebäude eines Investoren-Projektes angemietet. Eben diese Investoren haben jetzt einen offensichtlich langfristigen Mietvertrag für 500 Mitarbeiter mit dem Öl-Konzern Wintershall DEA abgeschlossen. Dieser Konzern war zusammen mit seinem Generaldirektor frühzeitig Profiteur und Förderer der Nationalsozialisten, bereits 1936 als Rüstungsbetrieb in Nazi-Deutschland eingestuft (s.a. Pressemitteilung – Das zukünftige Dokumentationszentrum „Hannoverscher Bahnhof“ bekommt Nachbarn mit NS-Vergangenheit. – Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (vvn-bda.de))