DDR-Kabinett feiert DDR-Gründung vor 70 Jahre

Das DDR-Kabinett in Bochum erinnerte an die Gründung der DDR vor 70 Jahren. Auch anderen Lobpreisungen bläst gegenwärtig ideologischer Wind ins Gesicht. Sehr leichtfüßig werden Begriffe wie Diktatur und Unrechtsstaat verwendet. Vielleicht macht hier mehr Trennschärfe jenseits von Mythen und Schuldzuweisungen Sinn. Nach Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin der Landes Mecklenburg-Vorpommern, fehlte der DDR “was eine Demokratie ausmacht: Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, Demonstrationsfreiheit, freie Wahlen, das Recht auf Opposition“, zitiert sie die Funke-Mediengruppe. Weiter unten mehr!

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Beschreibung: DDR-Kabinett Bochum feiert Gründung der DDR vor 70 Jahren, rechts: Egon Krenz
Dateiname: 20191012_RD_2318
EXIF Daten Brennweite 10 mm
Belichtungszeit 1/30 Sek.
Blende F 4
ISO 2000
Kamera Canon EOS 60D
IPTC Daten Bildunterschrift: DDR-Kabinett Bochum feiert Gründung der DDR vor 70 Jahren
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Ort: Hürth
Ortsteil: Berlin
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Stichworte: Veranstaltung
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Und dass die DDR von vielen als Unrechtsstaat bezeichnet wird, kann Bodo Ramelow (DIE.LINKE), Ministerpräsident von Thüringen nicht nachvollziehen. Der Begriff Unrechtsstaat ist für ihn “unmittelbar und ausschließlich mit der Zeit der Naziherrschaft und dem mutigen Generalstaatsanwalt Fritz Bauer und seiner Verwendung des Rechtsbegriffs ‘Unrechtsstaat’ in den Auschwitz-Prozessen verbunden”, berichtet der Spiegel.

Millionen von DDR-Bürgern wollen aber ihr Leben, ihren Einsatz, ihre Fürsorge für die Familie nicht diskriminiert sehen. Bis heute wird ihnen die verdiente Würde versagt. An dieser Stelle sei noch die amtierende Kanzlerin Angela Merkel zu zitieren. Anlässlich ihrer Rede zum 25. Jahrestags des Falls der Mauer im Jahr 2014 bezeichnete sie die DDR als “ideologiebesessenes Regime” mit angeblich Millionen unterdrückten Menschen, unter dem sie selbst wohl am wenigsten gelitten hatte.

Und als wäre es nicht so, dass unsere Makulatur-Demokratie mit ihrer Sprechblasen-Politik, eingebettet in diesen rabiaten Finanzkapitalismus mit seinen quasi-religiösen Zügen nicht diktatorische Züge aufweisen würde. Diese Fassaden-Demokratie ist längst durch den Kapitalismus gekapert worden. Das war für die DDR nie eine Gefahr. Heute ist die wirtschaftliche Moderne “durch eine Schuldzuweisung an die Armen” gekennzeichnet, aber auch durch eine „Reihe diskriminierender Praktiken und statusbedingter und ethnisch-religiöser Ungleichheiten“, ist der Weltökonom Thomas Piketty überzeugt. Für ihn ist die Schlussfolgerung: “Wirtschaftliche Entwicklung und menschlicher Fortschritt sind dem Kampf um Gleichheit und Bildung zu verdanken, nicht der Anbetung von Eigentum, Stabilität und Ungleichheit“. Jedenfalls war das auch kein großes Problem der DDR.

In diesem Sinnzusammenhang von einäugigen Sichtweisen sei der französische Publizist, Politiker und Historiker zitiert: “Seit die Vergangenheit aufgehört hat, ihr Licht auf die Zukunft zu werfen, irrt der menschliche Geist in der Finsternis.” (16.10.2019, Hans-Dieter Hey, Fotos: Rudi Denner)

Hierzu auch ein Redetext von Egon Krenz zur Gründung des DDR-Kabinetts im Jahr 2014 und zur Gründung der DDR vor 70 Jahren.