Das ver-störende Denkmal zu Ernst Thälmann in Berlin

Schon die Entstehungsgeschichte dieses Denkmals war kontrovers.  Zur Errichtung des Parks mit Wohnhausbebauung und Versorgungs- und Freizeiteinrichtungen wurde der stadtbildprägende nicht mehr verwendungsfähige Gaskessel zum Mißfallen großer Teile der Bevölkerung  gesprengt. 1986 waren der Park und die Wohnhäuser fertiggestellt und es war klar, diesen Park nach Ernst Thälmann zu benennen und darum ihm auch ein Denkmal zu widmen. Für die Denkmalsgestaltung als Auftragsarbeit des Zentralkomitees der SED wurde der sowjetische Künstler Lew Kerbel verpflichtet, was wegen ihrer Nichtberücksichtigung bei der Denkmalsplanung Verärgerung bei  DDR-Künstlern hervorrief. Am 16. April 1986 -zu seinem 100. Geburtstag- wurde der Ernst-Thälmann-Park mit dem Denkmal offiziell eingeweiht. – Nach der Wende wurde dieses Denkmal für die Wendepolitiker zum störenden Ärgernis mit der erklärten Absicht, mit einer Entfernung dieses Denkmals auch die Erinnerung an Ernst Thälmann zu entsorgen. Es wurden Sprengungsabsichten debattiert. Dies erledigte sich ab 1995 dadurch, daß das Denkmal unter Denkmalschutz gestellt wurde. In der Folgezeit gab es immer mal wieder Debatten zu diesem Denkmal; denn es wurde wiederholt  -nach Säuberungen- als Fläche für eher weniger gelungene Graffitis genutzt. – Seit 2014 steht das Gesamtensemble -Park-Wohnbebauung-Denkmal – unter Denkmalschutz; damit wurden Investorenpläne für dieses Areal verhindert-

Vom Bezirksamt Pankow wurde 2019 ein Künstlerwettbewerb zur „Kommentierung“ des Denkmals ausgelobt. Die Entscheidung fiel auf den Entwurf der Künstlerin  Betina Kuntzsch mit dem Titel „VOM SOCKEL DENKEN“.

Jetzt war es soweit. Die künstlerische Kommentierung erfolgte offiziell am 18.11.2021.  Öffentlich geführte Auseinandersetzung gab es im Vorfeld zu dieser Veranstaltung. In diesen Auseinandersetzungen vermischen sich Befürchtungen um eine Diffamierung der historischen Bedeutung Ernst Thälmanns als Vorsitzenden der KPD und Antifaschisten, der 1944 im KZ Buchenwald von den Nazis ermordet wurde mit dem Umgang dieses Denkmals als ästhetische Frage. Vielfach zitiert wird dazu der Satz des Bezirksbürgermeisters Sören Benn von der Partei Die Linke :“Man muß dieses Monstrum von Denkmal vom Sockel holen und sichtbar brechen“, der beide Aspekte zum Ausdruck bringt.  

aktion am thälmann-denkmal in berlin
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Text: jochen vogler, Fotos Rudi Denner