Castor rollte nicht durch NRW

MĂŒnster. Die Initiative „Sofa – FĂŒr den sofortigen Ausstieg MĂŒnster“ hatte am Abend des 3. November 2020 erneut zu einer Mahnwache zum Hauptbahnhof in MĂŒnster eingeladen. 10 Leute protestierten dagegen, dass potentiell ein AtommĂŒlltransport durch die Provinzialhauptstadt fahren könnte. Begonnen hatte die Castor-Mahnwache um 19.00 Uhr. Gegen 21:30 Uhr konnte Entwarnung gegeben werden. Der Atomzug hatte in Bremen den Abzweig nach Hannover/Göttingen genommen. Vor dort geht es weiter zum Zwischenlager am stillgelegten AKW Biblis.

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Castor-Mahnwache
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Die Initiative „Sofa“ hatte im Aufruf angemerkt:

FĂŒrs politische Notizbuch: Der niedersĂ€chsische Umweltminister Lies kritisiert die Proteste gegen den AtommĂŒlltransport als “verantwortungslose” GefĂ€hrdung der eingesetzten PolizistInnen in Pandemiezeiten – so kann man das auch sehen, wenn man nicht wahrhaben will, dass der strahlende AtommĂŒll die eigentliche Gefahr ist.

Und: Umwelt-StaatssekretĂ€r Jochen Flasbarth gab eben per Twitter bekannt, dass der gesellschaftliche Konflikt um die Atomenergienutzung beendet sei – wie dumm nur, dass Deutschland in Gronau Uran fĂŒr 10% der AKWs weltweit anreichert, seinen UranmĂŒll den Menschen in Russland vor die TĂŒr kippt und Brennelemente in Lingen fĂŒr die Pannenreaktoren in Belgien, Frankreich und der Schweiz produziert.

Wenn man so denkt wie StaatssekretĂ€r Flasbarth, gibt es in Deutschland auch keinen gesellschaftlichen Konflikt mehr um die Kohle, das Fliegen, den Autobahn-Bau oder die Fleischindustrie – wir können also alle endlich mal Urlaub machen und uns zurĂŒcklehnen…

In einer AbschlusserklÀrung bedankte sich die Initiative beim bundesweiten Protest an der Strecke des Atomzugs:

Ein ganz großes Dankeschön an das Protest-Team in Nordenham, die seit Freitag rund um die Uhr in Wind und Wetter die Stellung gehalten haben und von dort die Öffentlichkeitsarbeit bundesweit bewegt haben!

Diese AtommĂŒllverschiebung ist schlicht Wahnsinn – ohne Plan, total gefĂ€hrlich, extrem verstrahlt und sehr kostspielig.

Wir haben fĂŒr den Atomausstieg noch viel zu tun – genau wie fĂŒr den Kohleausstieg – solidarische GrĂŒĂŸe deshalb heute Abend auch nach Garzweiler, wo erneut gegen die Rodungen fĂŒr den Braunkohletagebau protestiert wurde. Wir sagen: Alle Dörfer bleiben! Anti-Kohle- und Anti-Atom-Bewegung kĂ€mpfen weiter zusammen fĂŒr Klimagerechtigkeit!

Derzeit wird das Gleis zum Zwischenlager in Biblis von einigen Antiatom-Aktivist*innen besetzt. Der Castortransport ist blockiert:

Weitere bundesweite Infos: https://castor-stoppen.de/ticker/

Die Initiative Sofa im Netz: https://sofa-ms.de/