Antifaschistisches Wandbild in Köln restauriert

Am 18. August 2019 wurde in Köln, in der Elsass-Straße, das antifaschistische Wandgemälde des Aachener Wandmalers Klaus Paier restauriert und eine Erinnerungs- und Mahntafel mit folgendem Inhalt angebracht:

Das Wandbild hat das letzte öffentliche Aufbegehren der historischen Arbeiterbewegung gegen den Faschismus am 3. März 1933 zum Thema. Weiter unten mehr!

Anwohner*innen der Elsass-Straße bewarfen die SA, als die Nazis in Marschformation von der Bonner Stra´ße in die rote Hochburg eindringen wollten; Boxer und Turner verdroschen die ersen Reihen.

Es war nicht mehr als ein kurzer Moment des Triumphs. Die Kölner Polizei nutzte den Anlass und schoss mit einem Maschinengewehrwagen in die Häuser, verhaftete rund 70 Personen und misshandelte sie.

Die Arbeiterbewegung war unfähig, organisiert Widerstand zu leisten. Sie konnte die Mordmaschine nie ernsthaft behindern. die “Machtergreifung” der NSDAP war im Kern ein Staatsstreich, den Kölner Behörden, große Teile der “Elite”, führende Industrielle und ihre Medien begeistert unterstützten.

Der “Aachener Wandmaler” Klaus Paier (*8.11.1945, + 9.7.2009) hat das Bild im August 1990 geschaffen. Die Stadt Köln ließ es zweimal übertünchen, weil es stets ohne Genehmigung entstand. Das Verhalten der Obrigkeit rief breite Empörung hervor. Die Stadtteilgruppe Antifaschistische Südstadt erneuerte das Wandbild im März und Oktober 1993.

Das Gebäude selbst ist ein Erbe der Nazizeit – ein Hochbunker aus dem Jahr 1942. Er bot nur einem Bruchteil der Bevölkerung Schutz. vor dem was kommen sollte: die völlige Zerstörung der Kölner Innenstadt und der meisten Arbeiterstadtteile. Der Bombenterror kehrte zurück an seinen Ursprung: Der Zeppelin Cöln war am 14.8.1914 vom Butzweilerhof gestartet, um die ersten Bomben auf eine europäische Stadt zu werfen. Sie trafen Lüttich im neutralen Belgien.

Der Aufstand in der Elsass-Straße mahnt uns
zur Wachsamkeit und Einigkeit im Widerstand.” (Hans-Dieter Hey)