70. Dorf- und Waldspaziergang durch Manheim

Auch mit dem 70. Dorf- und Waldspaziergang am Sonntag, den 09.02.2020, sollte erneut ein Zei­chen gegen den weiteren Abriss von Manheim und seiner Kirche gesetzt werden. Gut 200 Men­schen fanden sich trotz Schmuddelwetter und heraufziehendem Sturm auf dem Marktplatz von Man­heim ein.

Als Zeichen gegen die Zerstörung sollte eine Menschenkette rund um die Kirche gebildet werden, was wohl nicht im Sinne von RWE war. Noch am Tag des Übergangs der Manheimer Kirche in RWE-Besitz zwei Tage zuvor wurde das gesamte Kirchenareal eingezäunt und Betretungs­verbots­schilder aufgehängt. Die Absicht von RWE ging ins Leere, die Menschen schlossen eine schützende Kette um die Kirche.

Während des Spaziergangs durch den Ort, zum BUND-Widerstandsacker und an den Grubenrand gab es zahlreiche Redebeiträge und Musik u.a. von Gerd Schinkel. Zum Schutz der Kirche, deren Abriss in naher Zukunft bevorsteht, wurde die Errichtung einer Mahnwache angeregt. Zudem stellte der Journalist Sebastian Weiermann seine Broschüre „Hambi bleibt“, die auf reges Interesse stieß, vor. Die Broschüre kann bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung bestellt oder als PDF heruntergeladen werden.

Wie schon im Ort und an der Kirche wurde beim Anblick des riesigen Abraumbaggers deutlich, dass RWE trotz Kohleausstiegsgesetz, das auch den Erhalt des Hambacher Forstes vorsieht, das Zerstörungswerk fortführt: Obwohl der Abstand zwischen Wald und Grubenrand jetzt schon äußerst gering ist, steht ein Bagger in unmittelbarer Nähe zum Waldrand. Die riesigen Schaufeln wurden gegen kleine ausgetauscht, um die oberste, fruchtbare Bodenschicht abzutragen. In einiger Entfernung ist ein weiterer Bagger zu sehen, der tiefer gelegene Schichten abgräbt.

Mit dem so gewonnenen Material sollen stabile Böschungen geschaffen werden. Würde hierfür das anderweitig vorhandene Material genutzt werden, könnte Manheim und die Kirche erhalten bleiben. Zumal ist es auch fraglich, ob die derzeitigen Maßnahmen überhaupt vom Bergrecht gedeckt sind. Denn das jetzt gewonnene Material dient nicht der Versorgungssicherheit, sondern vielmehr der Renaturierung. Hierauf weist die Initiative Buirer für Buir unter anderem in einem Brief vom 04.02.2020 an den NRW-Wirtschaftsminister Pinkwart hin.

Ein Besuch im „Krähennest“, dem ersten nach der Räumung 2018 neu entstandenen Barrio, beendete den Dorf- und Waldspaziergang.

Ein paar Tage nach dem Dorf- und Waldspaziergang hat RWE den Eingang zur Kirchentür mit einem großen Beton-Stapelstein und zusätzlichen massiven Verriegelungen abgesperrt und die hinter der Kirche stehenden Bäume gefällt.

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Text und Fotos von Martin und Zielinske