40 Jahre NS-Dokumentationszentrum Köln

Eine Foto-Aktion gab den Anstoß: im März 1979 ließen sich zwei Aktivisten im sog. ELDE-Haus am Appellhofplatz, zur Nazizeit die örtliche Gestapo-Zentrale, heimlich in den ehemaligen Haftzellen im Keller einschließen und fotografierten die Inschriften und Wandzeichnungen der bis 1945 dort zu Verhören inhaftierten Zwangsarbeiter und politischen Gefangenen. Nach der Befreiung diente das vom Bombenkrieg verschonte Gebäude jahrelang als Amtssitz für diverse städtische Behörden (u. a. dem Standesamt!), ohne sich mit dem historischen Hintergrund zu befassen.

Nachdem die Vorgeschichte mit den Fotos wieder ins Bewusstsein gerückt war und öffentlich zunehmend deren Aufarbeitung gefordert wurde, beschloss der Stadtrat am 13.12.1979 die Einrichtung einer Gedenkstätte und die Gründung des NS-Dokumentationszentrums. Der 40. Jahrestag dieser Ratsentscheidung wurde unter großem Andrang mit einem Tag der offenen Tür bedacht. Dazu gab es mehrere Führungen durch die Ausstellungen und Kellerräume sowie einen Festakt mit musikalischer Begleitung von Rolly und Stefan Brings, Klaus dem Geiger und dem Markus-Reinhardt-Ensemble.  

 

NS-Dokuzentrum Köln, 40. Jahrestag des Gründungsbeschlusses © r-mediabase
Beschreibung:
Dateiname: 20191215US-D4-3628
EXIF Daten Brennweite 28 mm
Belichtungszeit 1/60 Sek.
Blende F 4
ISO 6400
Kamera NIKON D600
Bildtitel: NS-Dokuzentrum Köln, 40. Jahrestag des Gründungsbeschlusses
IPTC Daten Bildunterschrift:
Datum:
Fotograf: Udo Slawicek
Ort:
Ortsteil:
Überschrift:
Stichworte:
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Geduld und Zähigkeit, so der vom ABM-Mitarbeiter zum Direktor aufgestiegene Museumsleiter Dr. Werner Jung in seiner Festansprache, waren in seinen 34 Dienstjahren die wichtigsten Voraussetzungen für seine Arbeit. Bis 1988 war das NS-Dokuzentrum mehr Forschungseinrichtung und im Stadtmuseum an der Zeughausstraße untergebracht, erst dann konnten die ersten Räume im ELDE-Haus bezogen werden. 1997 konnten die 1. und 2. Etage für die Dauerausstellung „Köln im Nationalsozialismus“ zugänglich gemacht werden, die auch mit so manchen Verklärungen über die Haltung der Kölner zu den Nazis aufgeräumt hat. Immerhin habe sich Köln damit noch vergleichsweise früh der unrühmlichen Vergangenheit gestellt: in München, das sich seit dem Hitlerputsch von 1923 als “Hauptstadt der Bewegung” bezeichnen ließ, war man mit einer ähnlichen Einrichtung erst vor vier Jahren nachgezogen.

Mit der anstehenden Weiterentwicklung zum „Haus für Erinnern und Demokratie“ als Bildungsstätte für Freiheit und Menschenrechte wird das NS-Dokuzentrum bald, „endlich“, so Dr. Jung, alleiniger Nutzer des gesamten Gebäudes sein.

Neben der Dauerausstellung zeigt das NS-Dokuzentrum noch bis zum 23.02.2020 die Sonderausstellung „Vergiss deinen Namen nicht – Kinder in Auschwitz“. Neben schonungslosen Berichten über den brutalen Umgang mit Kindern, ihren Müttern und Schwangeren im Vernichtungslager wird anhand von Einzelschicksalen auch das Leben danach beleuchtet.

NS-Dokumentationszentrum Köln, Appellhofplatz 23, Info in acht Sprachen unter: nsdok@stadt-koeln.de, Tel. 0221/2212-6331/2, KVB-Station Appellhofplatz (U-Bahn-Linien 3, 4, 5, 16, 18).

Udo Slawiczek